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70 Jahre Lößnitzer Bronze - Glockenspiel

Vor siebzig Jahren erklang erstmals in der Turmlaterne der Sankt Johanniskirche dieses einzigartige Glockenspiel. Zur 700-Jahrfeier der Stadt Lößnitz im Jahr 1938 hatte die Lößnitzerin Frau Clara Pfauter (geb.Colditz) ihrer Heimatstadt dieses besondere Geschenk gemacht.


Am Samstag, den 12.09.2009 um 10.30 Uhr, eröffneten ein Glockenspielkonzert mit Carillonneur Barbara Schöberl sowie
ein Informationsstand für interessierte Besucher die offiziellen 
Festlichkeiten zum Jubiläum.

 


An den beiden Festtagen war im Bürgerhaus die Ausstellung "Glocken und Glockenspiele" zu besichtigen. Diese Ausstellung wurde ausgerichtet von Margarete Schilling, deren Schwiegervater Franz 1938 das Lößnitzer Bronzeglockenspiel gegossen hatte. Margarte Schilling hat seit 1980 rund 60 Bücher über Glocken und Carillons, dazu andere Publikationen, wie Ritzzeichnungen veröffentlicht. Auch im Alter von 77 Jahren denkt die Apoldaerin noch lange nicht ans Aufhören und schenkte der Stadt zwei ihrer Bücher.
Die Ausstellung zeigte alte Dokumente, Original-Notenrollen und vieles mehr. Am Sonntag präsentierte Helmut Nießalla vom Verein "Lößnitzer-Bronzeglockenspiel e.V." ein Video über das Glockenspiel.

Im Gemeindesaal der Johanniskirche erklärte Klavierbaumeister Peter Zergiebel aus Rodewisch die pneumatische Funktionsweise des Glockenspiels anhand von Modellen und einem selbstgedrehten Film .

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Ein weiteres Event war der "Musikalische Rundgang" am Samstag Nachmittag, in und um die Lößnitzer Altstadt. Die Lößnitzer sind sich nicht einig, von wo die beste Akustik des Glockenspiels zu vernehmen ist. So haben Peter Oesterreich und Werner Naumann interessierte Besucher an verschiedene Orte der Stadt geführt, um sich hierüber ein eigenes Bild zu machen. Dabei kamen vier verschiedene Spielarten des Glockenspiels zum Einsatz. An den jeweiligen Orten ertönte ein anderes Lied vom Kirchturm. Beim Rundgang ging es vom Marktplatz zum Schnitzerheim, über die Schafgasse zum Deutschen Haus. Von dort aus  zum Katzentümpel und weiter zur Hospitalkirche, zum Geburtshaus der Stifterin (oberhalb vom Friedhof) und schließlich über die Feldstraße zum Parkplatz an der B 169. Die Besucher konnten  dabei die besondere akustische Wirkung des 70 Jahre alten Glockenspiels erleben.

 


 

Höhepunkt war am Samstag Nachmittag das große Festkonzert. Hierzu erschienen rund 500 Gäste. Zu ihnen zählte Bürgermeister Gotthard Troll sowie zehn Mitglieder der Stifter-Familie Pfauter, die aus weiten Teilen Europas (Bologna, Ludwigsburg und Österreich) angereist waren. Den weitesten Weg hatte wohl der älteste männliche Enkel der Stifterin, Hermann Pfauter, der in Santa Barbara (Kalifornien) wohnt. Weitere Ehrengäste waren Landrat Frank Vogel sowie Autorin Margarete Schilling.

 

Erstmals wurde das Spiel von Professor Günter Schwarze in der Spielstube live auf eine Videoleinwand in den Kirchensaal übertragen. Der Dozent an der Dresdner Musikhochschule "Carl Maria von Weber" schrieb zum diesem Jubiläum die Choralfantasie "Nun danket alle Gott". Das Werk erlebte eine eindrucksvolle Uraufführung. Erstmals klangen hier Glockenspiel, Orgel und Blasinstrumente des Lößnitzer Posaunenchors und des Blechbläserensembles Lutz Hildebrand harmonisch zusammen. Günter Schwarze brachte die 23 Bronzeglocken  mittels Keybord und Stockklavier zum klingen.

Auch die Jubiläums-Intrade von Kantor Jens Staudte, der die Gesamtleitung des Konzerts inne hatte, erlebte ihre feierliche Premiere. Das einstündige Konzert begeisterte durch das gekonnte Zusammenspiel aller Musiker an verschiedenen Standorten sowie Glockenspiel-Orgel- und  Bläsersoli.

 

 


Video

Zum Ausklang konnten die Besucher am Sonntag, zum Tag des offenen Denkmals, das Glockspiel  besichtigen. Diese Gelegenheit nutzten 281 Lößnitzer und Gäste und erklommen hierzu die 201 Turmstufen zur Spielstube.


G.V.